04.02.2010
Erschöpft von der Fahrt kamen wir am frühen Abend in Porto de Galinhas an. Der Name Porto de Galinhas (= Hühnerhafen) ist ein Hinweis auf den fortgeführten Sklavenhandel nach dem Verbot des Handels mit Sklaven zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Immer wenn ein Schiff mit Sklaven für die Zuckerplantagen im Hafen anlegte, wurde die Ankunft von “Hühnern” aus Angola bekannt bekannt gegeben – so wussten die Besitzer der Plantagen Bescheid. Heute sind hier tatsächlich Hühner zum Verkauf angeboten – jedoch nur in den gut 1000 Souvenirläden, aus denen die Stadt fast ausschließlich zu bestehen scheint. Kaum aus dem Bus gestiegen, wurden wir wieder von einem Touristenführer belagert. Er hielt uns wohl für Touristen der etwas unterbelichteteren Sorte und erklärte die teuren Hotelpreise damit, dass es in Brasilien bald ein großes Fest gebe, welches sich “Karneval” schimpfe. Wirklich?! Das wussten wir ja noch gar nicht…
Schließlich half uns eine Frau, die uns schon im Bus als hilflose Touris ausgemacht hatte, bei der Suche nach einer Bleibe. So fanden wir schnell ein Apartment für die ganze Truppe.
Auf der Terrasse war eine Hängematte befestigt worden, so versuchte in dieser meiner zweite Nacht, flüchtete mitten in der Nacht jedoch wieder ins Wohnungsinnere: Hier wehte zwar kein frisches Lüftchen, doch immerhin wurde ich nicht von Moskitos zerstochen.
05.02.2010
Mit dem Amerikaner Malcolm Frühstück eingekauft. Malcolm kommt eigentlich aus New Orleans, nachdem sein Haus jedoch nach dem Hurrikan “Katrina” unter Wasser stand, zog er New York, wo er normalerweise Softwareprogramme verkauft, jetzt jedoch auf halbjähriger Südamerikareise ist.
Nach dem Frühstück wanderten wir alle gemeinsam zu einem vom überfüllten Hauptstrand entfernten Strand. Jedoch wäre auch dieser mit dem ein oder anderen Touri weniger eindeutig schöner gewesen. Pluspunkt war aber der weiße Sand, an welchen sich an der einen Seite das türkisblaue Meer anschloss, an der anderen Seite ein Palmenhain.
An einer Strandbar verbrachten wir den Nachmittag mit Badminton, Sonnen und Schwimmen.
Abends wurden wir von Malcolm sehr lecker bekocht: Garnelen mit Reis und Gemüse!
06.02.2010
Diesesmal besuchten wir den in die andere Richtung vom Hauptstrand entfernten Strandabschnitt: Ein großer Fehler. Wieder viel zu überlaufen, man kam vom Ballermannfeeling nicht los. Einzig das schöne Meer holte den einzigen Pluspunkt heraus.
07.02.2010
Früh morgens Aufbruch – diesmal wieder nur für uns Drei. In einem VW-Bus nach Ipojoca. Die Fahrt dorthin sollte mal wieder eine der aufregenderen Sorte sein: Der Gehilfe war im Dauerband dabei, “Ipojoca” aus dem Bus zu brüllen, um noch weitere Fahrgäste zu erwerben, unterstützend hupte der Busfahrer dazu. Und so fuhren wir recht lärmend durch die anliegenden Dörfer, in denen der Busfahrer auch noch jedermann zu kennen schien und so ständig zwecks eines Smalltalks anhielt (“Wie war die Party gestern noch…”).
In Ipojoca warteten wir 1,5Stunden auf den Bus “Real Alagoas”, welcher uns in Richtung Maceió fahrend immer an der Küste des gleichnamigen Bundesstaats Alagoas vorbeiführte und uns im Dorf Barra de Santo Antonio absetzte.
Zwar war der Bus leider nicht klimatisiert, jedoch ist die Fahrt deswegen bennenswert, weil wir eine traumhafte Landschaft geboten bekamen: Hügelig, grün, Palmen, durch welche sich immer mal wieder ein Blick auf das türkise Meereswasser bot.
Fotos 523 – 530 auf http://picasaweb.google.com/jetteaufreisen/UrlaubImUrwald
