26.01.2010

Bei der Ankunft in Pipa wurden wir zwar sofort wieder von der Besitzerin einer dortigen Pousada angelabert, doch gingen wir schnurstracks zur “Albergue da Rose”, eine Bleibe, die wir schon im Reiseführer herausgesucht hatten, und die sich als wahrer Glücksfang herausstellte: Besitzerin Rose war eine total liebe Frau, die süß kicherte und ein Talent für gemütliche Inneneinrichtung zu haben schien.

Auf ihrer grünen Terrasse sitzend sahen wir nicht selten einen Kolibri und oft wurden wir auch von einer Äffchenfamilie besucht, die über die Bäume durch Pipa kletterten.

Noch abends besuchten wir den Hauptstrand Pipas, genossen unsere mitgebrachte Ananas und den Anblick der rötlich-grauen Klippen und des türkisblauen Wassers.

Nachdem wir in der Albergue gegessen hatten, zogen Inga und ich nochmal los auf die Hauptstraße und genehmigten uns einen Caipirinha.

Pipa ist auch sehr touristisch, ist auch ein sicherer Ferienort und hat dennoch einen anderen Charme. Es ist ein schöner Ort, aber nicht so auf perfekt getrimmt wie Jericoacoara.

27.01.2010

Nach dem leckeren Frühstück wanderten wir zum “Praia dos Golfinhos”, der Strand der Delphine, dessen Name nicht zu viel verspricht: Bei dem Strand handelt es sich um eine Bucht, welche jeden Morgen von Delphinen besucht wird, die hier mit vereinten Kräften nach Fischen jagen.

Man schwimmt im Wasser und kann beobachten, wie die Delphine immer weiter in die Bucht hineinschwimmen, ab und zu sieht man immer wieder die Flosse aus dem Wasser luken, bis dann in Strandnähe plötzlich ganz viele Fische wie verrückt aus dem Wasser springen – solange bis ein Delphin ihrem Leben ein Ende bereitet.

Der allmorgentliche Besuch an diesem Strand gehört zu meinen schönsten Erlebnissen dieses Urlaubs: Es ist ein tolles Gefühl, im Wasser zu schwimmen, zu beobachten, wie die Delphine immer näher kommen. Mitzufiebern, wenn die Flosse gerade ganz nah an einem aufgetaucht war und man weiß, eigentlich könnte man den Delphin jetzt sicherlich schon berühren.

Konnten wir auf dem Hinweg noch ganz einfach am Strand entlanglaufen, war nun inzwischen die Flut eingekehrt und wir mussten über die Felsen zu unserer Unterkunft zurückkrakseln – etwas mühselig. Der einzige “Nachteil” in Pipa: Der Ort verfügt über mehrere Strände, die man bei Ebbe gut erreichen kann. Man muss aber gut aufpassen, wann man wieder zurücklaufen sollte, irgendwann ist nämlich selbst eine Kletteraktion über die Felsen nicht mehr möglich. Bei Flut knallen die Wellen sofort an die Klippen.

28.01.2010 – 01.02.2010

Folgende Tage gehörten wieder zu denen der ruhigeren, die wir zusammen mit der Sabine aus München verbrachten, die sich schon seit Oktober auf Weltreise befindet.

Fast jeden Morgen besuchten wir die Delphinenbucht. An einem Morgen veranstalteten die Delphine eine richtige Party: Sie sprangen aus dem Wasser heraus, sprangen über die Wellen, spielten und sogar ein kleines Delphinenbaby war mit dabei.

Auch sonst hatte die Tierwelt einiges zu bieten: Die schon erwähnte Äffchenfamilie trafen wir bei dem Besuch des “Praia do Madeiro” wieder. Hier, einem Nachbarstrand von Pipa, hatten wir den Tag verbracht, türkises Wasser, Palmen und in den hohen, jeden Surfer beglückenden Wellen geplanscht und wollten gerade hoch auf die Hauptstraße laufen, als wir auf einem Baum wieder ein paar Genossen trafen, die sich als recht aufgeweckt und neugierig herausstellten. Auf meine einfachen “tütütü, na, kommt mal her”-Anlockungsversuchen reagierten sie sogar und so knabberten schnell ein, zwei Äffchen an meinem Finger.

Neben dem “Praia do Madeiro” besuchten wir auch den “Praia do Amor”, ein weiterer benachbarter Traumstrand.

Ansonsten verbrachten wir viel Zeit in den Hängematten der Albergue (auch meine erste komplette Nacht schlief ich dort in einer solchen) und wir lernten viele Reisende kennen:

So zogen wir eines Abends zusammen mit einem munteren Trüppchen, bestehend aus drei Brasilianern aus dem Minas Gerais, los und besuchten die ein oder andere Bar, lauschten zu Raggae-Musik und gingen nocheinmal schwimmen.

An einem anderen Abend besuchten wir zusammen mit einer Schwedin und deren Familie eine HipHop-Show.

Außerdem lernten wir einen Mann kennen, der 2,5 Jahre mit dem Fahrrad um die ganze Welt gefahren war, ein Buch darüber geschrieben hatte und nun seine Promotiontour durch Brasilien macht – natürlich auch nur per Fahrrad. Dieser hatte ganz klar einige interessante Geschichten auf Lager und strotze nur so an Weisheit und Erfahrung.

So gefiel es uns in Pipa eigentlich jeden Tag besser, auch von unserer Münchenerin Sabine wollten wir uns schon gar nicht mehr trennen.

Dennoch mussten wir ja irgendwann einmal weiter und so zogen wir am Mittag des 01.02.2010 zur Busstation Pipas, eigentlich mit der Absicht, einen Bus nach Joao Pessoa, der nähstgelegenen Großstadt zu nehmen. Bis plötzlich ein Taxi mit der Aufschrift “Olinda” an uns vorbeifuhr. Irgendwelche gutbetuchten Personen mussten sich wohl von Olinda aus ein Taxi nach Pipa genommen haben, und da der Taxifahrer nun sowieso wieder zurückfahren musste, nahm er uns für einen geradezu lächerlichen Preis mit. Vier Stunden später kamen wir in Olinda an – leider hat bei noch an der Busstation in Pipa ein Sonnenstich eingeschlagen und mir ging mir war während der Fahrt wortwörtlich ehr schlecht als recht.

Fotos 429 – 489 auf http://picasaweb.google.com/jetteaufreisen/UrlaubImUrwald

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