02.02.2010
Noch am Vorabend mit Medikamenten zweier Engländerinnen unseres Hostelszimmers in Olinda versorgt, ging es mir am heutigen Tag schon besser. Dennoch verbrachten wir einen ruhigen Vormittag am Pool des Hostels – Inga und David wohlbemerkt vielmehr im Pool.
Am Nachmittag brachen wir auf und zogen eine Runde durch die historische Altstadt Olindas.
Olinda liegt nur 8km von der Großstadt Recife entfernt und ist der Kontrast schlechthin zur benachbarten Metropole. In der hügeligen Altstadt befinden sich 22 Kirchen und viele schöne bunt bemalte Häuser. Das beliebteste Postkartenmotiv Olindas wird auf einem der vielen Hügel der Stadt geschossen: Im Vordergrund die alten Häuser und Kirchen, ein Stück Strand und im Hintergrund die Unmengen an Hochhäusern Recifes. Olinda heißt übersetzt übrigens: Oh! Schöne!
So schlenderten wir durch die tatsächlich sehr schöne Stadt, in der sogar schon Karnevalsstimmung herrschte: Überall konnte man sich Masken kaufen, eine kleine Trommerrunde zog auch schon durch einer der vielen Gassen.
Eine Pause legten wir auf einem der Kirchenvorplätze ein, auf dem wir uns einen “Tapioca” gönnten, eine Leckerei vergleichbar mir einem Crepes, jedoch besteht der Teig aus getrockneten Maniokwurzeln. Während wir nun schmatzend unseren “Tapioca” aßen, bekamen wir als Begleitprogramm ein kleines Konzert von zwei Musikanten geliefert, die mit ihrer Gitarre spielend Lobeshymnen auf Deutschland sangen, in dem fast so gut wie in Brasilien Fussball gespielt werden und verdammt gutes Bier gebraut würde.
03.02.2010
Nach dem Frühstück hatten Inga und ich stand noch der Plan, zu Fuß entlang des Strandes nach Recife zu laufen. Nachdem wir jedoch nach bereits 500m in einer Vila gelandet waren, nahmen wir doch lieber den Bus, stiegen im Viertel “Sao Antonio” aus, wo wir am Justizpalast und weiteren imposanten Gebäuden vorbei zur Altstadt liefen.
Recife wird als “Venedig Brasiliens” bezeichnet, weil es sich aus mehreren Halbinseln zusammensetzt, und daher viele Flüsse, Kanäle und Brücken bieten kann.
Über eine dieser Brücken liefen wir nun in die Altstadt, in der uns besonders die “Rua Bom Jesus” gefiel: Schicke Häuser, die älteste jüdische Synagoge. Dazu war schon alles karnevalistisch bunt dekoriert worden.
Im Bus fuhren wir weiter ins Viertel “Boa Viagem”. Genau dieses Viertel – mit all seinen Hochhäusern – ist schon von Olinda auszumachen. Hier besuchten wir die wohl wichtigste Attraktion: Den Stadtstrand!
Für eine solch riesige unruhige Stadt kann sich der Strand wirklich sehen lassen: Sicher, die laute Straße im Hintergrund stört ein wenig. Das Wasser ist jedoch sauber und türkis und: Die Haiwarnschilder haben auch irgendwie etwas für sich!
04.02.2010
Heute sollte unsere Reise weitergehen. Zusammen mit einer anderen Gruppe, bestehend aus drei Engländern aus Oxford sowie einem Amerikaner, die wir am Hostelpool kennengelernt hatten, brachen wir erneut nach Recife auf. Von hier aus fahren übliche Nahverkehrsbusse nach Porto de Galinhas, so der Name unserer nächsten Station.
Vom Busbahnhof wollten wir nun in einem dieser Busse einsteigen, doch sollte dies schlicht und einfach nicht funktionieren: Alle Busse in Brasilien sind u.a. mit einem Busfahrer, einem Beifaher und einem Drehkreuz ausgestattet. Man bezahlt direkt bei der Begleitperson und muss dann durch das Drehkreuz.
Unser Bus verfügte in diesem Fall sogar über zwei Drehkreuze – eines am Aus- und eines am Eingang. Doch leider funktionierten die Drehkreuze nicht einwandfrei und so konnten wir schlicht nicht in den Bus hinein. Eine Station fuhren wir auf den zwei Treppen an der Tür mit, währenddessen die Begleitperson mehr schlecht als recht an den Drehkreuzen herumwürgte – leider erfolglos.
So wurden wir an der nächsten Haltestelle wieder herausgelassen. Diese befand sich leider auf einer der zwielichtigeren Straßen Recifes: Schäbige Häuser, viel Müll und ein paar Straßenstände. Dazu noch ein Straßenhändler, die uns ständig Wasser oder andere Erfrischungsgetränke verkaufen wollten. Mit unseren Rucksäcken fühlten wir uns hier nicht ganz so wohl.
So warteten wir eine halbe Stunde auf den nächsten Bus, dessen Drehkreuze glücklicherweise funktionierten, leider nur sehr unbequem und total überfüllt war.
Fotos 490 – 522 auf http://picasaweb.google.com/jetteaufreisen/UrlaubImUrwald
