02.01.2010
Per Fähre gelangte ich von Buenos Aires aus zunächst zu einer kleineren Stadt in Uruguay, weiter ging es anschließend mit dem Bus nach Montevideo, wo ich schon sehnsüchtig von Adrian empfangen wurde, welcher in Montevideo als ICJA-Freiwilliger arbeitet und lebt.
Dieser führte mich noch am selben Abend durch die “Ciudad Vieja”, die Altstadt Montevideos. Es war schon dunkel, die Altstadt wie ausgestorben und Adrian trug meine Reisetasche herum – in Porto Alegre wäre das nicht so einfach möglich gewesen. Und so genoss ich umso mehr den ersten – unbeschwerten – Spaziergang.
Groß ist die Altstadt nicht, daher saßen wir schon bald im Bus nach Solymar, ein Städchen am Rand Montevideos und Adrians neue Heimat. Dort lernte ich seine total nette Gastfamilie kennen und konnte gleich noch mein leicht verkommenes Spanisch trimmen. Es ist schon schockierend, dass ich vor gut einem halben Jahr mein mündliches Abiturfach mit Spanisch zu belegen konnte. Heute würde das recht katastrophal enden.
03.01.2010
Mit Adrian ins Stadtzentrum zum größten Markt Montevideos, der “Feria Tristan Naraja”, auf der man so ziemlich alles kaufen kann, was das Herz begehrt. Von Obst, über Kleidung, Fahrradreifen bis kleinen Kätzchen und Welpen.
Anschließend spazierten wir an der Staatsbilbiothek und am Rathaus zum “Plaza de Independencia”, auf dem sich das einst größte Gebäude Südamerikas, der “Palacio Salvo”, befindet. Hier steht auch das Theater “Solis” sowie der Torbogen als Eingang zur Altstadt, durch welche wir erneut – diesmal bis zu der “La Rambla”, dem Hafen – schlenderten.
Weiter ging es zum “Mercado de Puerto”, ein wohl etwas nobleres Ausgehviertel mit vielen schicken Restaurants, dann zeigte mit Adrian seinen Projektort, ein Jugendzentrum im Herzen des Zentrums.
Es folgte ein schöner Nachmittag/Abend mit Emil und Kathrin, zwei weiteren Freiwillige, mit denen wir uns von der langen Stadttour am Strand Solymars erholten, sowie ein Abendbrot mit Grillen (“Churrizo”) mit Adrians Gastfamilie.
04.01.2010
Mit Adrian erneut zur Altstadt, wo wir uns mit Nils und Carlo trafen, die aus Buenos Aires nachgekommen waren. Da heute Adrians große Reise losgehen sollte, stand der Abschied an und Nils, Carlo und ich verbrachten den Tag mit einer weiteren Erkundungstour durch Montevideo. Diese führte uns unter anderem ins Rathaus. In dessen Eingangshalle ist auf dem Boden ein riesiger Stadtplan Montevideos als Satellitenbild abgebildet worden. Live konnten wir diesen Ausblick noch zusätzlich auf der Dachterrasse desselben sehen. Ein gelungener Abschluss!
Einige Snackpausen später fuhren wir mit einem sehr komfortablen Bus wieder zurück nach Porto Alegre. Komfortabel, weil: In Brasilien sind die Busse gemütlicher, je teuer sie sind. Es gibt drei Preisklassen. Bei der untersten Preisklasse hat man einen mehr oder minder gepolsterten Sitz zur Verfügung. Bei der höchsten einen superausgepolsterten Sitz, bereitgelegte Decken und Kissen, einen Kellner, welcher ein Abendbrot und ein Frühstück liefert, sowie feuchte Tücher zum Frischmachen. Da es von Montevideo aus nur die teure Variante zu kaufen gibt, kamen wir in den Genuss einer buchstäblich traumhaften Nacht im Bus.
Zwei Aspekte fand ich bei meinem Trip nach Uruguay besonders interessant:
Zum einen die Ähnlichkeiten zwischen meinem neunen Heimatbundesstaat Rio Grande do Sul, dem südlichsten Zipfel Brasiliens, und Uruguay zu sehen. Fand ich die Tradition des Matetee-Trinkens in Porto Alegre schon teils etwas übertrieben, sind die Urugayer noch verrückter. So begneten mir hier noch viel mehr Einheimische mit ihrer Thermoflasche unter dem Arm und der “cuia”, dem Becher, in der Hand. Auch die Liebe zum Fleisch teilen die Gaúchos und Uruguayer – “churrasco” bzw. “currizo” sind gleichermaßen beliebt.
Zum zweiten fand ich es spannend zu beobachten, wie sehr sich Adrian und die anderen Freiwilligen schon in ihrer neuen Heimat eingelebt haben – in Bezug auf Busfahrplänen, der Kultur Uruguays, der Sprache usw.. Ich fragte mich, ob Besucher dies auch von uns brasilianischen Freiwilligen denken würden.
Fotos 122 – 137 auf http://picasaweb.google.com/jetteaufreisen/UrlaubImUrwald

17. März 2010 um 4:28 vormittags
haha… ich merk schon, dass du den grund an dieser stelle lieber nicht erwaehnen moechtest, warum ich dich eigtl schon sehnsuechtig erwartet hatte. xD diese Sehnsucht konnte sich erst in der einen Stunde des Wartens am Busbahnhof entwickeln