14.01.2010

Auf den Weg nach Barreirinhas fuhren wir zunächst vorbei an Urwaldlandschaft, teilweise auch an Felsen mit noch üblichem rostroten Boden. Nach und nach wurde der rötliche Boden zu hellem Sand, die Bäume wurden immer kleiner. Mehr Steppe, weniger Menschen – wir waren mitten in der Pampa. Kamen nur noch an einzelnen kleinen Dörfern vorbei, wo es nichts gab – außer ein paar Holzhäuser und ein Fussballfeld.

Bis wir in Barreirinhas ankamen: Sofort wurden wir von Touristenführern belagert, die uns DAS Hostel schlechthin anbieten wollten. Unserer Weg zur Pousada, die wir uns schon vorher aus dem Reiseführer ausgesucht hatten, war so recht nervenaufreibend. Von einem Touriführer wurden wir bis in Hostelzimmer begleitet. Dieser schaffte es letztendlich auch, uns eine Tour für den morgigen Tag anzudrehen: Barreirinhas ist der Ausgangsort für den Nationalpark “Lençóis Maranhenses” – die “maranhensischen Tücher”.

15.01.2010

Unser Frühstück im Hostel aßen wir auf der Veranda direkt neben dem Fluss “Rio Preguicas” – sehr schön!

Danach wurden wir von einem 4×4-Pick-up abgeholt – ein offener Geländewagen mit Ladefläche für 12 Personen. Mit uns kamen noch ein Pärchen aus Rio und eine Gruppe von fünf Jungs aus Sao Paulo. Auffällig oft trafen wir auf unserer Reise auf Reise aus Sao Paulo – kein Wunder, da Sao Paulo ja die mit Abstand größte und auch reichste Stadt Brasiliens ist. Auffällig oft trafen wir aber auch auf Israelis, warum, dass weiß keiner.

Die Fahrt stellte sich als recht huckelige heraus, da der Wagen auf der Sandstraße immer wieder hin-und herschlitterte. Die Landschaft erinnerte zunehmend an eine afrikanische Steppe. Dann war plötzlich gar kein Grün mehr zusehen, vor uns stand eine riesige Düne! Ab dieser ging’s zu Fuß weiter. Zusammen mit einem Führer liefen wir durch die Wüste! Wohin man schaute, überall nur Dünen – Sand! Ein wahnsinniger Anblick! Im Winter, zur Regenzeit, befinden sich zwischen den Dünen oft zahlreiche Lagunen, die bei unserem Besuch leider zum größten Teil ausgetrocknet waren. Eine ließ sich noch finden, eine mit türkisblauen Wasser – inmitten der Wüste! Das Wasser war erstaunlicherweise kühl und erfrischend, perfekt!

Danach ging es leider auch schon wieder zurück. Über einige Dünen liefen wir noch, dann saßen wir wieder im Pick-up Richtung Hostel, wo wir den restlichen Tag auf der Veranda am Fluss ausklingen ließen.

16.01.2010

Noch ein Frühstück am Fluss, danach wurden wir von einem weiteren Pick-up abgeholt. Dort saß bereits ein Pärchen aus Sao Paulo, eines aus Rio und eines aus dem Bundesstaat Goias.

Dank der Vorliebe unserer neuen Reisebekanntschaften für Bier wurde die Fahrt zu einer sehr amüsanten und geselligen mit eigens geschmetterten brasilianischen Top-Hits. Wieder führte uns die Fahrt zu unserem Zwischenstop Tutoia vorbei an wunderschöner Natur. Hier und da eine Düne, eine Palme, Esel und Ziegen, dann mal ein kleiner Bach, so dass unser Fahrer kurz aussteigen und dessen Tiefe für die Überfahrt überprüfen musste.

Mittags in Tutoia angekommen, herrschte erst Chaos wegen der komplizierten Weiterfahrt zu unseren eigentlich Ziel Jericoacoara. Von Norden aus gibt es keine Straße nach Jeri, man muss sich von Stück für Stück mit den verschiedensten Fortbewegungsmitteln nähern, um den beliebten Strandort zu erreichen. Das ist nervenaufreibend und kann teuer werden, denn Besitzer von Buggies oder Pick-ups sind sich natürlich darüber im Klaren, dass man auf sie angewiesen ist.

So schlossen wir uns weiter unseren Pärchenbekanntschaften an und verbrachten mit ihnen eine Nacht in Tutoia – in einer sehr schicken, sehr gut heruntergehandelten Pousada.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Magenkrämpfen in der Hängematte der Pousada: So durstig wie ich nach unserem Wüstenausflug am Vortag gewesen war, hatte ich gut 2-3l von dem Wasser getrunken, welches in einem Kübel im Flur unserer Pousada in Barreirinhas zum Trinken für die Gäste bereit gestellt worden war.

Total lieb wurde ich von unseren Reisebegleitern umsorgt, eines der Pärchen besorgte noch einige Goiabas für mich, eine Frucht und anscheinendes Geheimrezept der Brasilianer für Dummerchen wie mich, die zu geizig sind, sich einfach eine Flasche Wasser im Supermarkt zu kaufen.

Fotos 262 – 311 auf http://picasaweb.google.com/jetteaufreisen/UrlaubImUrwald

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