06.01.2010
Um 11Uhr startete ich mit Inga nach Brasília, anschließen flogen wir weiter nach Belém. Während dieser gut sechsstündigen Flugreise hatten wir genug Zeit, um zum einen unsere Vorfreude weiter hochzuschaukeln und zum anderen die Welt unter uns zu bestaunen: Viel Urwald bot sich uns, aber auch zahlreiche gerodete Flächen.
In Belém angekommen, wurde ein Bus Richtung Centro gesucht und schon erwartete uns der erste Kulturschock. In Porto Alegre fallen wir eigentlich nur aufgrund unserer ausländischen Mode auf, doch hier: Wir traten in den Bus und wurden von allen Seiten angestarrt, und dass nicht unbedingt wegen unserer Rucksäcke. Vielmehr, weil wir die einzigen Weißen waren.
Unser Hostel im Viertel “Nazaré” war schnell gefunden, schnell gefunden war auch unsere weitere Reisebegleitung namens David, welcher schon am Vortag eingetroffen war.
Mit ihm sammelten wir weitere Eindrücke Beléms, in dem wir von “Nazaré” am “Teatro da Paz” vorbei durch eine etwas zwielichtige Einkaufstraße zur “Cidade Velha” – der Altstadt – gelangten, wo sich uns ein noch zwielichtigerer Hafen bot. Besondere Attraktionen waren hier die in Mitleidenschaft gezogenen Fischerbötchen und den an den Fischresten nagenden Krähen im Vordergrund. So liefen wir dann doch recht schnell weiter zur “Catedral” und zum “Forte do Castelo”, dem ersten Gebäude Beléms: Wie in so vielen Städten des Nordostens sind solche Erstgebäude meist Festungen, entstanden in Zeiten, als sich die Portugiesen noch mit den Holländern ums heiß begehrte Land zankten.
Belém klingt hier nun negativer als es ist. Schließlich gilt eines zu bemerken, was besonders Ingas und meine Begeisterung um einiges anhob: Durch die Straßen laufend, kann es leicht passieren, von einer Mango erschlagen zu werden. Umso schöner jedoch, dass man diese so leicht als kleine Zwischenmahlzeit genießen kann.
07.01.2010
Nach einem leckeren Frühstück mit u.a. frisch gepressten Saft und Rührei (diesen Luxus sollten wir von nun an in fast jedem Standardhostel haben), fuhren wir drei auf die “Ilha de Mosquero”, eine der vielen kleinen Flussinseln. Die Busfahrt allein war schon eine Reizüberflutung: viele schicke Häuser oder Bruchbuden, Palmen, viel Natur, der Amazonas sowie ein kleiner uriger Hafen, an dem sich lauter kleine Fischerboote bereitmachten. Schließlich stiegen wir spontan an einem uns schön erscheinenden Strand aus, welcher sich als “Praia Farol” herausstellte, einer der beliebteren Strände der Insel. Was für ein Gefühl, als wir ins warme Amazonaswasser hüpften! Einfach unglaublich. Nur etwas störte uns ein wenig: Die Warnungen vor Stachelrochen!
Nach einem kleinen Strandspaziergang, fuhren wir wieder auf das Festland nach Belém. Hatte es schon im Bus etwas getröpfelt, fing beim Ausstieg aus dem Bus ein wahrer Tropenregen an und wir kamen vollkommen durchgeweicht im Hostel an.
08.01.2010
An der “Basilica de Nazaré”, dem Wahrzeichen unseres Stadtviertels, gingen wir vorbei zu einem Park, welcher sich als Oase und kleiner Zoo inmitten der Metropole Belém herausstellte. Hier sahen wir richtigen Urwald, riesige Bäume, Papageien, Tucane, Krokodile, Riesenschildkröten und Geparden, sowie freilaufende Leguane und Tierchen, die wie eine Mischung aus Ferkel, Hamster, Meerschweinchen und Eichhörnchen ausschauen. Benennen können wir die Süßen leider nicht.
Nach einer Erholungspause im Hostel – die Mittagssonne lässt einen doch gut schwitzen – besuchten wir den “Ver-o-peso”, einen Markt direkt neben dem Hafengelände. Zwar ist auch dieser etwas zwielichtig, dennoch mussten Inga und ich am Keramikstand einfach etwas kaufen , David konnte bei den hier günstigeren Cashewnüssen nicht wiederstehen. Ansonsten bietet der Markt Obst, Gemüse, Kleidung, Taschen, Kokosnussmilch und als Snack u.a. fritiertes Krebsfleisch, welches wir direkt einmal probierten.
Nach dem Abendbrot im Hostel, ließen wir uns noch ein wenig von den Mücken zerstechen (ich habe noch heute wunde Stellen der Stiche!), dann holten wir Elli – eine weitere Freiwillige – am Flughafen ab, welche aus Salvador nachgekommen war und verbrachten den restlichen Abend mit Berichterstattungen der bisherigen Reiseerlebnisse.
09.01.2010
Nach einer kleinen Stadtführung für unsere nachgekommene Elli, fuhren wir mit dem Taxi ca. 300m vom “Ver-o-peso” eine in ehr schlechten Ruf stehende Straße entlang zu einem äußerst zwielichtigen Hafengelände, von welchem günstige Fähren zur Ilha de Marajó abfahren. Mann muss bedenken, dass wir als aufgrund unsere Hautfarbe und unserer Rucksäcke einfach auffielen und so von aller Welt angestarrt wurden. Das ist in einer sowieso unsicheren Gegend einfach nicht sehr angenehm.
Fotos 138 – 191 auf http://picasaweb.google.com/jetteaufreisen/UrlaubImUrwald
