07.02.2010

Hier angekommen, merkten wir sofort den Unterschied zu Porto de Galinhas. Wir waren einfach die einzigen Touristen, die einzigen mit weißer Hautfarbe und dicken Rucksäcken auf dem Rücken. So galten uns musternde Blicke, Gelächter, aber auch Hilfe bei der Suche nach einer Bleibe.

Wir liefen die “Hauptstraße” des Dorfes entlang zu einer “Fährstation”. Ein halb auseinanderfallendes Bötchen brachte uns über einen Fluss auf eine Insel – ein tolles Bild: An den Ufern schäbige Fischerhäuser, dahinter Palmen und Grün, insgesamt eine hügelige Gegend. Dazu wir in diesem Bötchen im Abendstimmung in Begleitung des Fuhrmanns und eines sehr gesprächigen Opis, welcher Deutschland als nicht sehr weit weg empfand und den Atlantischen Ozeans als weniger nennenswert.

Schnell fanden wir eine Pousada, zwar direkt am Strand, aber recht versifft und mit nicht mehr ganz zurechnungsfähigen (gar leicht bekifften) Besitzer, welcher erst nach 10maliger Wiederholung verstanden hatte, dass wir nicht über Karneval, sondern nur eine Nacht bleiben würden.

08.02.2010

Unser eigentlich Plan, sich zum Frühstück ein Brötchen zum Mitnehmen und etwas Obst zu kaufen, um direkt mit einer Strandwanderung beginnen zu können, endete mit Fertignudeln in unserer Pousada und Keksen für die anschließende Strandwanderung, so üppig war die Auswahl im Minisupermarkt des Dorfes.

Am Strand entlang liefen wir zum knapp 7km entfernten “Praia de Carro Quebrado” (Strand des zerbrochenen Wagens), vorbei an Fischerhäusern aus Holz mit Palmenblättern als Dach und vorbei an Fischern bei der Arbeit – die nicht gebrauchten Fische sprangen noch zuckend im Netz.

Schließlich erreichten wir den paradiesischen Strand, der perfekt als Motiv für ein Poster geeignet wäre. Er hatte rote Klippen im Hintergrund, weißen Sand, viele Palmen und türkises Wasser und war weit weniger touristisch als die Strände in Porto de Galinhas. Der einzige Minuspunkt war die Medusa, die beim ersten Gang ins Wasser mein Bein streifte. Neben den noch zu sehenden Mückenstichen aus Belém habe ich jetzt noch Brandblasen…

Zurück zum Dorf fuhren wir das erste Mal mit dem Mototaxi, damit kommt nun noch ein weiteres genutztes Verkehrsmittel auf unsere Liste. Während unseres Urlaubs hatten wir schon viele dieser Mototaxis gesehen. Dazu stehen in den Orten schilder mit den Namen der Fahrer und ihrer Telefonnummer. So bestellt man sich den gewünschten Fahrer, welcher einen dann hinten mit auf’s Motorad nimmt.

In unserem Fall drei nette Herren, denen David zunächst mitteilte, dass er heute noch nicht sterben wolle und dass bitte langsam gefahren werde solle. So fuhren wir zumindest einigermaßen gemäßigt und – natürlich – ohne Helm wieder zurück nach Barra.

Dort packten wir unsere Rucksäcke und liefen zurück zur kleinen Fährstation. Der selbe Fuhrmann brachte uns wieder ans Festland zurück und erzählte uns bei dieser Gelegenheit, dass die neben uns stehende halbfertige Brücke ihm nun seinen Arbeitsplatz nehmen und sicherlich den Sprung zum Tourismus darstellen wird. So werden wird man beim nächsten Besuch des “Praia de Carro Quebrado” sicherlich schon auf mehr Touris treffen.

Im Hauptort nahmen wir wieder den Alagoas-Bus und fuhren durch die fantastische Landschaft weiter nach Maceió.

Fotos 531 – 615 auf http://picasaweb.google.com/jetteaufreisen/UrlaubImUrwald

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